Zu zweit am Abgrund
Der Prekestolen in Norwegen ist bevorzugtes Titelmotiv für Reiseführer. Ein gigantischer Felsen, direkt am Fjord, einzigartig in der Welt.
Wer dorthin reist und eine touristische Attraktion mit Seilbahn und Curry-Wurst-Bude erwartet, wird sich wundern. Der Weg zum Felsen startet an einem Restaurant (immerhin) und dauert in der Regel zweieinhalb Stunden. Und das ist wahrlich kein Spaziergang. Klettern gehört dazu, festes Schuhwerk ist dringend zu empfehlen.
Klar, die Sportler unter uns schaffen das auch in zwei Stunden. Aber alle anderen sollten nicht erst mittags starten, denn wenn es zwischendurch mal regnet (was in Norwegen ja nie ganz auszuschließen ist), dann werden die Felsen auch noch glatt.
Aber die Aussicht von der Priesterkanzel (so die Übersetzung) entschädigt den Aufwand. Auch die Mutigen werden sich nur mit Bedacht an die Kante trauen - dort geht es immerhin 604 Meter geradeaus abwärts. Nur mal zum Vergleich: Den Kölner Dom müßte man fast vier Mal aufeinander stapeln, um auf diese Höhe zu kommen.
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